SCHRIFTSTELLEREI

In diesem Bereich geht es um meine Schreibprojekte.

Momentan wird hier noch gebaut. Aber was da ist, darf man sich natürlich schon ansehen :)

Warum schreibt man eigentlich einen Roman?

Ist das nicht alles für die Tonne?

  • Es ist Scheiß viel Arbeit.
  • Berühmt wirst du sowieso nicht.
  • Und kennen tut dich auch niemand.
  • Eine angemessene Vergütung kannst du daher vergessen.

Was ist es also? Suchen wir die Erklärung in einer kleinen Geschichte.

Es gab eine Zeit, da waren Auto noch simpler. Ich wohnte damals in einer WG, lag in meinem Zimmer auf dem Bett und ruhte aus. Draußen hämmerte es. Es klang, als ob jemand unentwegt mit einem Löffel gegen eine Tasse schlägt. Also genau das richtige, um auszuruhen.

Ich drehte mich auf die eine Seite. Ich drehte mich auf die andere Seite. Ich steckte meine Finger in die Ohren. Ich nahm sie wieder heraus.

„Bald wird es aufhören”, sagte ich mir und drehte mich um. Meine Geduld wurde auf eine harte Probe gestellt, aber ich hielt durch.

Es hämmerte weiter. Nebenan war unser Wohnzimmer. Es hämmerte im Wohnzimmer. Jemand schlug nun schon eine Viertelstunde lang mit einem Löffelchen gegen eine Tasse.

Ich blieb diszipliniert. Gleich würde das Hämmern aufhören. Ah, da war sie, meine Ruhe. Wie wunderbar. Es hatte …

Nein, schon hämmerte es weiter. Noch intensiver als zuvor.

Ich sprang auf.

„Reinhardt!”, rief ich. „Was machst du für ‘ne Kacke?!”

Reinhardt schreckte auf. Er saß da mit einer Spiegelscherbe von vielleicht 25 x 25 Zentimetern. Er hatte eine Kontur eingeritzt und bearbeitete diese Scherbe mit einem Hämmerchen, sodass sie eine Rundung erhielt. Daneben lag ein kaputter Autospiegel.

Ich lachte. „Hey!”, sagte ich. „Beim Wertkauf bekommst du ‘nen neuen Autospiegel für nicht mal 10 Mark.” (Ja, das war damals noch so.)

„Das stimmt schon”, antwortete Reinhardt. „Aber das hier ist einfach meine Art.”

Bemerkt habe ich es schon im Kindesalter. Wirklich akzeptiert habe ich erst heute: Offenbar bin ich nicht der typische Konsument. Ich habe einen Kopf, der arbeiten will. Und wenn er nicht kriegt, was er möchte, beschießt er mich mit so vielen Ideen, bis ich ihm seinen Willen lasse.

Mein Kopf und ich, wir hatten in der Vergangenheit durchaus unsere Differenzen. Aber wir haben nun Frieden geschlossen und arbeiten zusammen.

Dabei wird gelegentlich Neues entstehen. Das muss nicht zwangsläufig schlecht sein, solange man dabei Spaß hat. Und ich kann sagen: Das Schreiben macht mir großen Spaß.

Zurzeit arbeite ich an meinem Mafia-Roman, den ich hoffentlich in diesem Jahr veröffentlichen kann. Quantum – der Nachfolger liegt gerade auf Eis. Denn eigentlich hängt mein Herz an einem Fantasy-Roman. 250 Seiten sollten es mal werden. Wahrscheinlich werden es über tausend mehr. Ich möchte unbedingt wissen, wie er ausgeht.

Also … natürlich weiß ich, wie er ausgehen wird. Aber – und das ist das Tolle bei der Schriftstellerei – man erschafft neues Leben. Und man weiß nie, ob die Figuren, die man kreiert, sich an das halten werden, was man von ihnen möchte. Meistens tun sie das nicht. Und häufig ist es auch besser so.