Schriftarten für Romane

Die richtige Schriftart für euer Buch ist wichtig. Hier findet ihr einige Tipps dazu.

Welche Schriftart soll ich verwenden?

Grundsätzlich ist es egal, mit welcher Schriftart man schreibt, solange man selbst damit klarkommt. Problematisch wird es erst, wenns ihr euer Werk veröffentlichen wollt.

Übernimmt ein Verlag den Satz des Buches, muss der sich um alles kümmern. Möchte man sein Werk aber als Selfpublisher herausbringen – auch gedruckt –, dann stellt sich plötzlich die Frage nach der richtigen Schriftart.

Hier ein paar Worte von mir, was man dazu falsch und richtig machen kann. Und am Ende (natürlich am Ende!) ein Tipp zu einer kostenlosen Schriftart, die ich selbst verwende.

Anfängerfehler bei Schriftarten

Machen wir ein Brainstorming: Welche Schriftarten fallen einem Unbedarften zunächst ein?

Warum sollte man Times New Roman nicht verwenden?

Times New Roman ist durch das alte Word zu einer Berühmtheit geworden. Und einige haben noch so ein altes Office-Paket auf dem Rechner und möchten sich davon nicht trennen. Soweit ist alles gut.

Allerdings wurde diese Schriftart für eine Zeitung designed. Die Buchstaben stehen sehr eng aneinander, damit entsprechend Text in die schmalen Zeitungsspalten passt.

Sicher – auch ich habe jahrelang Aktennotizen in Times New Roman abgefasst. Aber eine Aktennotiz von einer oder zwei Seiten ist halt kein Roman. Und bei einem Buch wünschen sich die Augen ein wenig mehr Luft.

Darum: Times New Roman geht für kurze Texte. Ein Buch würde ich damit nicht setzen.

Und wie stehts mit Calibri, Arial oder Helvetica?

Calibri – für alle, die damit nichts anfangen können – ist die neue Standardschriftart von Word. Arial kennt im Prinzip jeder. Und Helvetica ist quasi die Arial für den Mac. Angeblich ist sie besser als Arial und diente als Vorbild. Das mag sicher so sein, wenn kluge Leute das sagen. Ich sehe keinen Unterschied.

Gegen diese drei Schriftarten Calibri, Arial und Helvetica spricht, dass sie keine Serifen haben. Das sind die kleinen Ecken und vor allem der dickere Fuß der Serifenschriften. Gerade durch den dickeren Fuß entsteht so etwas wie unsichtbare Zeilenlinien, die das Auge beim Lesen führen.

Es gibt Studien, in denen geprüft wurde, wie viele Seiten Testleser in einer bestimmten Zeitspanne lesen konnten. Die Gruppe mit Serifenschriften las etwas schneller. Daraus folgt: Serifenschriften sind für das Auge etwas besser erfassbar.

Welche Schriften eignen sich denn nun für einen Roman?

Viele. Zu großen Teilen ist es Geschmacksache. Wobei ich von zu verspielten Schriften Abstand nehmen würde.

Der Klassiker: Garamond

Fast alle kriegen nasse Augen bei der Garamond. Ich glaube, es ist die am meisten verwendete Schriftart für Romane.

Ich (als in die Jahre gekommener Brillenverweigerer) mag sie weniger. Gegenüber anderen Schriften ist die Oberlänge größer. Dadurch wird die Schrift filigraner, sodass ich sie schlechter lesen kann, als nahezu alle anderen Schriften. Mein Eindruck ist, dass sie von der Lesbarkeit her immer etwa einen Punkt schlechter lesbar ist, als eine vergleichbare Schriftart.

Mit anderen Worten: Ein Text in Schriftgröße 11 in Garamond liest sich für mich etwa so gut/schlecht, wie ein Text in Schriftgröße 10 der folgenden Schriftarten.

Zwei Schriften, die mir gefallen: Palatino und Minion

Palatino und Minion sind zwei schöne Schriften, finde ich. Leider muss man sie erst kaufen. Und bei den aufgerufenen Preisen werden sie ganz schnell weniger schön.

Was tun wir also? Wir suchen etwas Kostenloses. Oder wenigstens etwas, wo wir den Preis selbst bestimmen können? Gibt es das?

Natürlich gibt es das!

Meine favorisierte Schriftart: Vollkorn

Ein freudlicher Schriftartendesigner hat eine seiner Schriften – die Vollkorn-Typeface – kostenlos zur Verfügung gestellt. Er bittet bei Verwendung um eine Spende. Und wo finden wir die?

Hier finden wir die:
http://vollkorn-typeface.com/


Ich bdanke mich herzlich für das Bild von Jonny Lindner auf Pixabay

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